Die vorliegende Sammlung Posthuman Entanglements in Art(s) Education stellt eine Erweiterung der bildungstheoretisch informierten Auseinandersetzung mit Alva Noës Ästhetik, im Anschluss an Ästhetik der Reorganisation (Kargin/Zahn 2025), dar, in dem sie ästhetische Erfahrungen in ihren postdigitalen, techno-humanen Verflochtenheiten in ästhetisch-künstlerischen (Bildungs-)Praktiken und Kontexten untersucht. Noës Denkfiguren der Organisation und Reorganisation bilden dabei ein Grundverständnis davon, wie die Situiertheit und Verkörperung menschlicher und nicht-menschlicher Existenzen als relational gedacht werden können. Die titelgebende Theoriefigur eines posthumanen Entanglements verweist daher, trotz ihrer unterschiedlichen Auslegungen beispielsweise bei Donna Haraway, Karen Barad, Rosi Braidotti oder Alva Noë, immer auf das komplexe Eingebundensein des Menschen in seine menschlichen, nicht-menschlichen und mehr-als-menschlichen Um- und Mitwelt(en). Am Phänomen der postdigitalen Umwelt, welche sich der Sichtbarkeit und Kontrollierbarkeit der Menschen in großen Teilen entzieht und die zunehmend autooperativer agiert, werden Aspekte dieses Entanglements seit den 1990er Jahren in den Kultur-, Medien- und Sozialwissenschaften extensiv untersucht. Die Beiträge der vorliegenden Sammlung knüpfen an diese Theorietraditionen wie -perspektiven an und erweitern sie, indem sie verschiedene Formen des Entanglements in ästhetisch-künstlerischen (Bildungs-)Praktiken thematisieren und diskutieren. Sie decken dabei eine weite Spanne unterschiedlicher medialer, postdigitaler Phänomene (z. B. Smartphone-Film, TikTok Performances, KI-Kunst, Biosonifikation, Interspecies Music) sowie disziplinäre Zugänge (z. B. ästhetisch, künstlerisch, erziehungs-, medien- und kulturwissenschaftlich sowie forschungsmethodologisch u.a.m.) im Schnittfeld von Kunst, Medien und Bildung ab und machen damit diese Denkfigur für ästhetisch-künstlerische, kunstpädagogische oder forschende Praxen zugänglich.