Texte zum Thema „Kulturelle Bildung“

REZENSION: Poesie, Heimat und Politik. Theater Willy Praml

27. Oktober 2026
Die gegenwärtige Auseinandersetzung mit ländlichen Räumen im Kontext Kultureller Bildung durch und mit Theater findet ihre ersten Anfänge in einer Zeit der Umbrüche, wie sie in den 1950er-Jahren bereits vorgezeichnet waren. Einher ging dies z.B. mit Landflucht und für etliche Zurückgebliebene mit der Aufgabe von Selbstständigkeit und Pendlerdasein. Willy Praml gehört zu jenen Theatermacher*innen, die zur Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren beigetragen haben, Theater in ländliche Räume zu tragen, Spurensuche zu betreiben, neue theatrale Formen zu erproben und die Spannungsverhältnisse an den Orten in historischer, politischer und kultureller Perspektive aufzugreifen. Eine Herausforderung für ein Dorf-Theater als Kulturarbeit lag dabei in der Beteiligung von Ortsansässigen, denen ermöglicht werden sollte, einen anderen Blick auf ihr Dorf, auf ihre Herkunft, auf ihre kulturellen Praktiken und Lokalgeschichten und auf die eigene Situation insbesondere für Jugendliche zur Frage „Abhauen oder Bleiben?“ zu erfahren.

The next documenta could be curated by a machine. I tell you why it shouldn’t. Or how.

4. Oktober 2019
Im vorliegenden Artikel werden Praktiken des Kuratierens vor dem Hintergrund ihrer algorithmischen, d.h. berechenbaren, und Ökonomie-strategischen Potentiale diskutiert. Eingenommen wird eine medienphilosophische Perspektive, aus der heraus das Kuratieren angelehnt an Heideggers Denkbegriff zu einem ästhetischen Denken dekonstruiert und an die Fähigkeit zur Krise geknüpft wird. Dem gegenüber wird ein berechnender Modus des Kuratierens positioniert, der sich von kalkulierbaren Strategien der Selbstoptimierung und der Selbsterhaltung im Sinne einer ,Care-Arbeit’ ableitet. Über Formen der Opazität, hier als Undurchlässigkeit gemeint, werden Kurationsformen – unter dem Gesichtspunkt des kuratorischen Wissens (Konzeptideen, Künstler*innen-Kontakte, Raumzugriffe etc.) – und Algorithmen – als Verschleierungstaktik von Unternehmensstrategien – parallelisiert. Vorgeschlagen wird ein Open-Access-Modell, das über digitale Netzwerke Formen kuratorischer Kollaboration ermöglicht und opake Prozesse in mehrfacher Hinsicht transparenter gestaltet.