27. Oktober 2026
Die gegenwärtige Auseinandersetzung mit ländlichen Räumen im Kontext Kultureller Bildung durch und mit Theater findet ihre ersten Anfänge in einer Zeit der Umbrüche, wie sie in den 1950er-Jahren bereits vorgezeichnet waren. Einher ging dies z.B. mit Landflucht und für etliche Zurückgebliebene mit der Aufgabe von Selbstständigkeit und Pendlerdasein. Willy Praml gehört zu jenen Theatermacher*innen, die zur Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren beigetragen haben, Theater in ländliche Räume zu tragen, Spurensuche zu betreiben, neue theatrale Formen zu erproben und die Spannungsverhältnisse an den Orten in historischer, politischer und kultureller Perspektive aufzugreifen. Eine Herausforderung für ein Dorf-Theater als Kulturarbeit lag dabei in der Beteiligung von Ortsansässigen, denen ermöglicht werden sollte, einen anderen Blick auf ihr Dorf, auf ihre Herkunft, auf ihre kulturellen Praktiken und Lokalgeschichten und auf die eigene Situation insbesondere für Jugendliche zur Frage „Abhauen oder Bleiben?“ zu erfahren.